Psychobiologische Erforschung und Behandlung chronischer Schmerzen – Stiftungsprofessur an der RWTH Aachen
Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland bis zu 12 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Der Chronifizierung von Schmerzen liegt ein komplexes und bislang nur unzureichend verstandenes Zusammenspiel biologischer und psychologischer Mechanismen zugrunde. In der Folge verliert der Schmerz seine Funktion als akutes sensorisches Warnsignal, während die emotionale Komponente des Schmerzerlebens zunehmend in den Vordergrund rückt. Die Professur „Psychobiologie chronischer Schmerzen“ erforscht die Wechselwirkungen zwischen Veränderungen im Nervensystem und psychologischen Prozessen, um die Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen besser zu verstehen. Hierzu werden psychometrische, verhaltensbasierte und physiologische Methoden kombiniert und sowohl im neu gegründeten Schmerzlabor als auch während funktioneller Magnetresonanztomographie eingesetzt. Ziel ist es, innovative und mechanismenbasierte Therapieansätze abzuleiten. Der aktuelle Forschungsschwerpunkt liegt auf der Interaktion zwischen Körper- und Schmerzerleben bei neuropathischen Erkrankungen sowie auf der Veränderung nozizeptiver Prozesse bei Personen mit psychischen Störungen.
Meilensteine
- Einwerbung eines Teilprojektes zum Thema Körperrepräsentation und Schmerz im Rahmen einer IZKF-Initiative (Interdiszplinäres Zentrum für Klinische Forschung, Medizinische Fakultät RWTH Aachen)
Ausblick 2026
- Topical Workshop zu der Interaktion von Körper- und Schmerzerleben auf dem IASP 2026 World Congress of Pain (Bangkok, Thailand)
- Mitglied in der Task Force für das IASP 2026 Global Year on Neuropathic Pain
- Teilnahme an der HGS-Tagung „Chronischer Schmerz im interdisziplinären Diskurs“